Feldmann

Wer aus Richtung Hadmersleben kommt und unseren markanten Giebel sieht wird nicht die Leistungen erahnen, die ein kleiner Haufen Idealisten in den letzten 10 Jahren hier verbracht hat. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Magdeburg – Halberstadt und dem Bahnhof Hadmersleben 1843 entstand ein interessanter Standort für die Zuckerindustrie und den Landhandel. 1878 begann man mit dem Bau der Zuckerfabrik Hadmersleben und zur selben Zeit gründeten die Gebrüder Mölle ihren Landhandel und bauten den alten Speicher. Bis 1929 führte die Familie Mölle das Unternehmen, bevor es an Paul Feldmann Magdeburg verkauft wurde. Der Name Feldmann hat bis heute einen guten Ruf in unserer Region. Nach 1945 diente das Gebäude als Speicher und Viehaufkaufstation. Nach der Wende kaufte die Familie Horn den alten Speicher.
Als dann die Holzmindener-und Hadmerslebener-LGB-Freunde ein Domizil für ihre Modellbahnmodule suchten, stellten die Horns ihre Immobilie mietfrei zur Verfügung. Um eine finanzielle und organisatorische Basis für die Instandsetzung der Räume zu haben gründeten 2002 7 Freunde den Verein der EISENBAHNFREUNDE HADMERSLEBEN e.V.

Natürlich sind die Horns Gründungsmitglieder und im Vorstand tätig. Bald fanden sich weiter Eisenbahnfreunde die dem Verein beitraten. Es wurde nach einer Bestandsaufnahme mit der Sanierung der Räume begonnen. Es mussten 26 gusseiserne Fenster ausgebaut, entrostet, gestrichen und neu verglast werden. Viele Quadratmeter Wandflächen wurden neu geputzt. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Staub und Dreck sich in einem alten Speicher befinden. Das Gebäude hatte auch keinen Stromanschluss mehr. In Eigenleistung erneuerten wir die Elektroinstallation. Das Dach, heute noch unser Problemkind wurde mit Hilfe des Dachdeckermeisters Ullrich von Neumann und seinen Mitarbeitern Bernd Scheunert und Christian Hempel (kostenlos) immer wieder auf Vordermann gebracht und sichert uns eine trockene Unterkunft. Drei Jahre dauerte es bis endlich unter Teilnahme der Öffentlichkeit „Feldmann“ eröffnet werden konnte.  Entstanden ist ein Vereinsraum, der an Veranstaltungswochenenden als Gastraum dient.  Das Museum mit eisenbahntechnischen Gegenständen dient auch als Eventfläche für Vorträge und Sonderausstellungen. Die Modellbahnausstellung im Obergeschoss ist das Kernstück im „Feldmann“. Auf ca. 300 qm Fläche sind Modellbahnen verschiedener Spurweiten zu sehen. Die größte LGB – Innenanlage Sachen-Anhalts ist der Mittelpunkt dieser Schau. Das Gebäude „Feldmann“ birgt aber noch andere Schätze. Im Dachgeschoss befinden sich 2 Getreidereinigungsanlagen ( Windfegen ). Durch alle 4 Etagen des Gebäudes verläuft ein Becherwerk zum Transportieren des Getreides. Den horizontalen Transport übernehmen Metallschnecken in Holzkanälen. Ein Sackfahrstuhl (nicht mehr vorhanden), das Becherwerk und die Schnecken wurden über eine Transmission und einem starken Elektromotor ( noch vorhanden ) angetrieben. Auch alle Schütten, Rutschen und Falllöscher sind noch vorhanden.
Eine Absackanlage ist in die Ausstellung integriert. Diese alten Anlagen warten noch auf ihre Instandsetzung. Weitere Flächen und Räume dienen uns als Lagerflächen. Mit unseren bescheidenen finanziellen und personellen Möglichkeiten sind wir bestrebt, das Grundstück optimal zu nutzen. Vielleicht kommt auch mal der große Unbekannte als Sponsor und wir können das marode Dach in Angriff nehmen.

 

Bei unseren jetzigen Helfern und Sponsoren bedanken wir uns recht herzlich.