Impressionen von der LGB - Anlage

 

 

Beschreibung der LGB-Anlage

Es fing alles so harmlos an.

Wir, 3 Holzmindener LGB-Fans, wollten unser Hobby nicht nur in den wenigen Sommertagen ausüben. Im Winter 1990 kam uns dann die Idee, die LGB- Aktivitäten in´s Haus zu verlegen. Für eine Ausstellung in Hadmersleben wurden 2 Endbahnhofsmodule gebaut, die  mit einer eingleisigen Strecke verbunden wurden. 2 Triebwagen bzw. Wendezüge konnten wechselseitig von einem Bahnhof zum anderen pendeln. Da uns dieses auf die Dauer nicht befriedigte, erweiterten wir die Endbahnhöfe zu Durchgangsbahnhöfen und bauten eine Rundumanlage von 6 x 5 Metern. Zwei Züge verlassen den Bahnhof Holzminden kurz hintereinander in verschiedenen Richtungen und treffen sich im Bahnhof Altendorf wieder. In alle Bahnhofsgleise wurde eine Anfahr Bremsverzögerungsschaltung (Conrad) eingebaut, welche ein langsames Anfahren und Halten vor den Signalen ermöglicht. Gesteuert wird die Anlage über 2 Stellpulte, die an die Bahnhofsplatte angesteckt werden. Auf Ausstellungen kann die Anlage automatisch gesteuert werden. Wir haben uns für eine Zeitsteuerung entschieden, weil man auch Triebfahrzeuge befreundeter LGB-Fans fahren lassen kann, ohne Magnete anzukleben.



Der Fahrtregler für die Bahnhofsgleise 1 steht auf Fahrt links, der für die Gleise 2 auf rechts. Die Weichen werden über einen Kondensator angeschlossen (siehe LGB-Depesche 75 oder Rubrik Schaltungen). Der erste Timer wechselt die Polarität der Weichenschaltspannung und stellt somit die richtigen Weichenstraßen ein. Die Fahrspannung für die beiden Strecken wird über Weichenzusatzschalter je nach Weichenstellung umgepolt. Etwas verzögert schaltet das entsprechende Ausfahrtsignal, der Fahrdienstleiter mit grünleuchtender Kelle (grüne Mini-LED und Leitlack von Busch) gibt einen Pfiff und durch den Anfahr/Bremsbaustein setzt sich der Zug trotz aufgedrehtem Fahrregler langsam in Bewegung und beschleunigt auf die eingestellte Geschwindigkeit. In der anderen Richtung erhält der Zug erst seinen Fahrauftrag, wenn die Pola Bahnschranke  geschlossen ist. Seit November 1994 nehmen die LGB-Freunde aus Hadmersleben mit eigenen Modulen an den Ausstellungen teil. Auf der rechten Seite führt deswegen über ein Gleisdreieck eine eingleisige Strecke mit Ausweichstelle zu dem Endbahnhof Alikendorf. Da der Bahnhof eine selbstgebaute Drehscheibe besitzt, können die Triebfahrzeuge vorbildgerecht gedreht werden. Der Rangierer hat hier immer sehr viel zu tun. Durch das Gleisdreieck können die Züge wahlweise nach Holzminden oder Altendorf gelangen. Ausserdem können die Loks vom benachbarten BW schnell in beiden Bahnhöfen eingesetzt werden. Die Bedienung erfolgt manuell, die richtige Polarität wird durch die Weichenstraßen sichergestellt. Auf der linken Seite wurde der Anschluss zum Bahnhof Pesekendorf über eine doppelte Kreuzungsweiche hergestellt.



Als Besonderheit befindet sich auf diesem Bahnhofsmodul eine Schwenkbühne. Diese Erweiterungen erlauben einen abwechslungsreichen

Rangier- und Fahrbetrieb. Es können bis zu 6 Züge zwischen den einzelnen Bahnhöfen verkehren.Um die Anlage auch für Nichteisenbahner attraktiv zu machen, haben wir versucht, durch zahlreiche Details die Anlage so naturgetreu wie möglich zu gestalten. Die meisten Gebäudemodelle sind im Selbstbau entstanden. Als Baumaterial kamen Sperrholz, Styrodur, Karton, Leisten, Furnier sowie Ersatzteile aus dem Pola-Programm zur Anwendung. Hausdächer wurden mit Karton- oder echten Holzschindeln gedeckt.Die Gleise wurden auf einer Böschung verlegt und mit einem Gemisch aus Straßensplitt, Abtönfarbe und Weißleim eingeschottert.

Die blanken Messingschienen wurden vorher mit rostfarbener Abtönfarbe behandelt. Die Begrünung der Anlage erfolgte mit handelsüblichem Streumaterial und Grasmatten, auf den neueren Modulen zunehmend auch mit getrockneten und imprägnierten Naturmaterialien. Ebenso entstanden auch viele Bäume und Büsche im Eigenbau. Die Straßen- und Bahnhofslampen bastelten wir aus Alurohr oder Dübelstangen. Die durchgehende Straße wird im vorderen Bereich durch eine Schranke und im hinteren durch eine Blinkanlage gesichert. In der Bahnhofsausfahrt von Holzminden wurde eine Gleisbaustelle eingerichtet.



Die Bauarbeiter sind von Preiser, der Sicherungsposten von Marilet. Bei Annäherung eines Zuges hebt der SiPo seinen Arm und gibt mit seinem Horn Alarm. Schnell bewegen sich die Gleisbauarbeiter von den Schienen weg, um nach Durchfahrt des Zuges wieder an die Arbeit zu gehen. Die Steuerung erfolgt hier wie auch bei der Bahnübergangssicherung durch Besetztmelder. Angetrieben werden die Preiserlein von 2 Repa-Antrieben, der Schweißer funktioniert mit einer Schweißlichtelektronik, das Geräusch erzeugt ein Baustein von Busch. Der Bahnhof Holzminden erhielt eine Überdachung und eine Treppenüberführung. Ausserdem wurde hier der Buschbaustein “Bahnhofsgeräusche” eingebaut. In dem selbstgebauten kleinen BW warten einige Dampfloks rauchend auf ihren nächsten Einsatz. Das Sägewerk von Pola erhielt einen Antrieb, daneben steht ein selbstgebauter Bockkran. Eine kleine Feldbahn von Regner sorgt für den Abtransport der Holzprodukte und soll später noch erweitert werden. Alle Häuser und technischen Gebäude sind erleuchtet und wurden zum Teil mit Raucheinsätzen, Inneneinrichtung, Geräuschen und Effekten ausgestattet. Für die elektrische Verbindung zur Anlage haben sich Cinchstecker und -buchsen bewährt. 



Der Rummelplatz wird uns von einem Eisenbahnfreund für Ausstellungen zur Verfügung gestellt. Die beiden Buden wurden mit einem Lauflicht ausgeschmückt und auch das Riesenrad erhielt eine Elektronik, wobei jede Gondel für ca. 3 Sekunden anhält. Nach neunmaligem Halt dreht sich das Rad einige Runden, um dann wieder mit dem Programm von vorn zu beginnen. Bei der Schiffschaukel wurden 3 Schaukeln angetrieben, ein Lauflicht folgt in Kürze. Im benachbarten Garten dreht eine Miniclub-Lok mit 2 “Donnerbüchsen” als Gartenbahn ihre Runden, bestaunt von einer Hochzeitsgesellschaft. Manchmal stellt sich am Bahnhof die Revell-Feuerwehr mit einem “Tag der offenen Tür” der Bevölkerung vor. Beim Schmied, der gerade ein Pferd neu beschlägt, bittet ein verzweifelter Autofahrer um Hilfe. Sein Auto brennt. Ein Rauchsatz von Seuthe macht´s möglich. Verschiedenartige Umzäunungen aus dünnen Leisten (Kaffeeumrührer von Mc. Donald), Verkehrs- und Straßenschilder, Leitpfosten, viele Figuren und Straßen-fahrzeuge aller Art ergänzen die Ausstattung. Viele Figuren sind selbst bemalt oder verändert, die Reisenden in den Personenwagen sind größtenteils Abgüsse. Die Lehmann-Weichenantriebe sind leider nicht optimal für eine Modulanlage. Sie schalten zu schnell und sind sehr laut. Nach mehreren Versuchen haben wir unsere neuen Module mit den Unterflurantrieben von Tortoise ausgestattet. Es macht richtig Spaß, wie schön langsam sich die Weichenzungen bewegen. Auch die neuen Antriebe von Böhler mit Adapter sind hervorragend, leider fast doppelt so teuer. Für die Fahrregler haben wir eine preisgünstige Lösung gefunden, die einstellbaren Spannungsregler für 3 u. 5 A. Für die Lichtsignale gibt es superhelle LEDs in rot. grün und gelb. Nach Möglichkeit setzen wir als rollendes Material vorzugsweise Eigen- oder Umbauten ein. Es existiert ein SKL mit dem Fahrgestell der Schöma-Lok, Der Bus der Eckernförder Bahn erhielt den Antrieb von einem Schienenbus und für den VW-Bulli mußte eine Draisine herhalten. Die Räder dafür wurden aus der Vorlaufachse der 6001 genommen. Aus einem Antriebsdrehgestell des Rhätischen Krokodils und 2 Gehäusen der Köf entstand ein Rangierdiesel. Für den Fahrzeugpark der Holzmindener Kleinbahn wurden verschiedene Florida-Boy und Schöllenenbahn-Wagen umgespritzt. Für jedes Zugpaar wurde ein Steuerwagen mit wechselndem Dreilichtspitzensignal und Schlussbeleuchtung gebaut. Die blaugespritzte Schömalok erhielt ebenfalls vorbildgerechte Beleuchtung. Neu dazugekommen ist der Cargosprinter mit 2 Zugfahrzeugen und 3 Containerwagen. Den Fahrstrom liefert der in Fahrtrichtung vorn fahrende Sprinter, damit ein HalteSignal nicht überfahren wird. Die Güterwaggons wurden nach DR-Vorbildern abgeändert, auch die Börde-Bahn unterhält eigene Triebfahrzeuge und Waggons. Dazu kommen noch verschiedene Werbewagen der heimischen Firmen, ein kompletter Bauzug sowie ein “Allersheimer- Bier” Zug.